Chronik von 1886 bis 2010

Chronik

"Die schon 1886 gegründete freiw. Feuerwehr Galtür wurde 1906 neu zusammengestellt und ausgerüstet. Durch Beiträge von allerhöchster Seite, des Landes, durch einen am 13. Mai 1906 abgehaltenen Glückstopf u. s. w. wurde das Geld aufgebracht zu einer schönen Spritze mit 200 m Schlauchen, 2 Handspritzen und den notwendigen Steigerausrüstung und sonstigen Bedarfssachen aufgebracht. Auch eine neue Spritzenhalle wurde gebaut. Das meiste wurde bar bezahlt und wenn auch noch etwas Schulden vorhanden waren, so hat doch die Gemeinde vorläufig die Garantie dafür übernommen und in einigen Jahren wird es leicht gelingen, alles abzuzahlen. Möge nun der Feuerwehr durch fleißige Übung sich der Gewähr wert machen, damit im Notfall sie auch etwas leiste dem Feuer zum Trutz, dem Nächsten zum Schutz. Es folgen nun die Mitglieder, das Inventar, die Rechnungslegung auf dem Stande vom 10. August 1906. Gott segne das Werk. Galtür, 10. August 1906 Pfarrer Johann Jiranek."

Mit dieser noch vorhandenen Niederschrift beginnt die Chronik der Galtürer Feuerwehr. Die offizielle Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 20. August 1896. Schon im Jahre 1886 dürften sich Männer aus Galtür zu dieser Gemeinschaft zusammengeschlossen haben (laut einem noch vorhandenen Büchlein). Der eigentliche Initiator war dann Pfarrer Johann Jiranek, der die FF Galtür im Jahre 1906 neu zusammenstellte und organisierte.

DIE KOMMANDANTEN DER FF GALTÜR

Eduard Pfeifer 1906 bis 1924
Heinrich Walter 1924 bis 1930
Hermann Walter 1930 bis 1973
Robert Walter 1973 bis 1981
Franz Mattle 1981 bis 1987
Ernst Salner 1987 bis 2002
Franz Türtscher ab 2002

Am 19. Mai 1912 wurde ein Glückstopf abgehalten.
5000 (!) Lose sollen in kürzester Zeit verkauft worden sein. Nach diversen Anschaffungen blieb noch etwas Geld übrig und so wurde der Beschluss gefasst, eine Fahne anzuschaffen. Als Fahnenpatinnen fungierten Angelika Türtscher, Aloisia Pfeifer und Johanna Walter. Die Weihe dieser Fahne war bereits am 11. August desselben Jahres.

Im Jahre 1912 verließ Pfarrer Jiranek Galtür. Auf Grund seiner besonderen Verdienste ernannte ihn die Galtürer Feuerwehr zum Ehrenmitglied. Mit dem Abgang von Pfarrer Jiranek versiegen auch die schriftlichen Aufzeichnungen für längere Zeit. Während der beiden Weltkriege löst sich die FF Galtür nicht auf. Es sind jedoch fast keine Aufzeichnungen aus dieser Zeit vorhanden. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges begann sich auch die Feuerwehr neu zu organisieren. Der rührige Kommandant Hermann Walter bemühte sich, dass Galtürer Feuerwehrmänner Kurse an der Landesfeuerwehrschule besuchen. Auch einfachste Ergänzungen für den Ausrüstungsstand wurden vorgenommen.

Im Jahre 1948 begannen die Vorarlberger Illwerke mit dem Bau der Überleitungsstollen vom Loraintal und Jamtal. Es gab einen regen Schriftwechsel bezüglich Restwassermengen der beiden Bäche.

Am 31. Mai 1959 fand der 57. Bezirksfeuerwehrtag in Galtür statt.

Beim 58. Bezirksfeuerwehrtag am 11. September 1960 in Ried erhielt der Galtürer Feuerwehrkommandant Hermann Walter das vom Bundesfeuerwehrverband verliehene Ehrenzeichen 3. Klasse überreicht.

Im Jahre 1960 wurden die ersten Atemschutzgeräte von der Stadtfeuerwehr Landeck gekauft. Außer Landeck besaß nur Galtür solche Geräte. Die Einschulung erfolgte an einem Sonntag nach dem Hochamt im Gasthof Rössle.

Im Jahre 1967 nahm erstmals eine Gruppe an einem Leistungsbewerb des Landesverbandes teil. Im Herbst 1967 fand die erste Gemeinschaftsübung des Tales in Kappl - Lochau statt.

1969 wurde das erste Notstromaggregat angeschafft.

1973 wurde ein neues Gerätehaus errichtet. Nach Fertigstellung dessen ertönte bald der Ruf nach einem Feuerwehrauto.

Hermann Walter übergab nach mehr als 40-jähriger Tätigkeit als Kommandant sein Amt an Robert Walter.

Am 17. Oktober 1978 wurde das Feuerwehrauto bestellt. Aus der Kameradschaftskassa kamen ATS 700.000,-. Dieses Geld konnte durch 2 Zeltfeste, die von der Musikkapelle und Schützenkompanie veranstaltet wurden, aufgebracht werden. Weiters wurde eine Haussammlung durchgeführt. Aus dem Gemeindewald wurden 100 Festmeter Holz verkauft. Eine hohe Spende kam auch von den Vorarlberger Illwerken. Die Lieferung des Tankwagens erfolgte am 2. Oktober 1979. Die Ausrüstung wurde noch durch den Kauf von 3 Atemschutzgeräten und eines 25 m langen Rettungsschlauches ergänzt.

Franz Mattle wurde im Oktober 1982 Kommandant der FF Galtür.

Im Sommer 1982 war das erste Feuerwehrfest beim Sportzentrum.

Bereits im Jahre 1983 erfolgte der Kauf eines zweiten Feuerwehrautos. Dies ist ein VW LT 35.

Beim Bezirksfeuerwehrtag am 16. Mai 1985 in Ladis erhielt Kommandant Franz Mattle das Verdienstzeichen 3. Stufe des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes.

Am 23. Mai 1985 verstarb der langjährige Kommandant Hermann Walter. Er war über 4 Jahrzehnte Kommandant und weitum beliebt, anerkannt und wegen seiner Ruhe und Ausgeglichenheit angesehen. Eine große Anzahl von Feuerwehrkameraden aus dem Tal und Bezirk begleiteten ihn auf seinem Weg zur Kirche und zum Friedhof.

Im Jahre 1985 wurde mit dem Zubau zum Feuerwehrhaus begonnen. Dieser wurde im Jahre 1986 abgeschlossen.

Ernst Salner wurde im Dezember 1987 zum Kommandanten der FF Galtür gewählt. Die 30 m Drehleiter der Stadtfeuerwehr Landeck ging in den Besitz unserer Wehr über.

Franz Türtscher legte als erster Galtürer das Leistungsabzeichen in Gold ab.

Anlässlich eines Zeltfestes im Jahre 1992 segnete Pater Hans Zangerle die neue Fahne. Als Fahnenpatin stellte sich Monika Türtscher zur Verfügung.

Im Oktober 1996 fand die Abschnittübung in Galtür statt. Es wurde ein Brand im Gorfenwald angenommen. Dabei stand auch ein Hubschrauber des Innenministeriums zur Verfügung.

Im Sommer 1999 wurde der Rohbau des Zivilschutzzentrums errichtet. In diesem Gebäude erhält auch die FF Galtür entsprechende Räumlichkeiten.

Im Jahre 2000 erfolgte die Fertigstellung des neuen Zivilschutzzentrums. Die Eigenleistung der Feuerwehrmänner war mit über 2000 Stunden sehr hoch. Die Einweihung war am 22. Oktober 2000.

Im Jahre 2001 mussten neue Atemschutzgeräte angeschafft werden. Ein erheblicher Teil kam wieder aus der Kameradschaftskassa der Feuerwehr und so konnten 3 komplette Garnituren angeschafft werden. Atemschutzwart Gustav Walter investierte sehr viel Zeit, um die Träger dieser Geräte entsprechend einzuschulen.

Im Jahre 2002 gab es eine Veränderung an der Spitze unserer Feuerwehr. Ernst Salner und sein Stellvertreter Helmut Lais verzichteten auf eine Wiederwahl. Bei der Jahreshauptversammlung am 23. November wurden Franz Türtscher zum Kommandanten und Edi Walter zum Stellvertreter gewählt. Bürgermeister Toni Mattle und Bezirksfunktionäre danken Ernst und Helmut für ihr langjähriges Wirken.

Am 29. Mai 2003 fand wieder ein Bezirksfeuerwehrtag in Galtür statt. Die Feuerwehren des Bezirkes, der benachbarten Bezirke und Länder nahmen an dieser Tagung in Galtür teil. Die Veranstaltung fand im Silvrettasaal statt. Im Juni 2003 legte eine Gruppe das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber ab.

Bei der Jahreshauptversammlung am 8. Dezember 2003 wurde unser Diakon Karl Gatt zum Feuerwehrkuraten ernannt. Karl ist bereits viele Jahre Mitglied unser Feuerwehr, war lange Jahre Gruppenkommandant und im Ausschuss tätig. Ebenfalls wurden unser Kommandant Franz Türtscher zum Oberbrandinspektor und Stellvertreter Edi Walter zum Brandinspektor befördert.

Im Jahre 2003 konnten erstmals Leistungsprüfungen für Atemschutzträger statt. 3 Mitglieder unserer Wehr bestanden diese Prüfung.
In diesem Jahr wurden erstmals Überlegungen für den Ankauf eines eigenen Atemschutzfahrzeuges angestellt und dieses Fahrzeug konnte dann im Jahre 2004 angeschafft werden. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Galtürer Bevölkerung, durch Beihilfen des Landes Tirol und eine namhafte Spende der Vorarlberger Illwerke. So musste die Gemeinde Galtür keinen einzigen Euro dazugeben. Gustav Walter und Markus Lorenz führten die notwendigen Einbauarbeiten durch. Unterstützung erhielten sie von Markus Zangerl und Andreas Walter.

Die beiden Brüder Andreas und Michael Walter bestanden an der Landesfeuerwehrschule in Telfs die Prüfung für das Goldene Leistungsabzeichen.

Bei der Jahreshauptversammlung im November 2004 wurde unser H. H. Pfarrer, Cons. Alois Attems Heiligenkreuz zum Ehrenmitglied unserer Feuerwehr ernannt.

Im Juni 2005 fand der Bezirks-Nassleistungsbewerb in Galtür statt. Zahlreiche Feuerwehrgruppen aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol lieferten sich spannende Wettkämpfe. Am Sonntag fand ein Sicherheitstag in Galtür statt. Mehrere Organisationen zeigten ihre Geräte und ihre Ausrüstung.

Der Erlös dieses Festes wurde für den Ankauf des neuen Rüstlöschfahrzeuges verwendet, das im Jahre 2006 übernommen werden kann. Der Höhepunkt des Jahres 2006 war sicherlich die Übernahme des neuen Rüstlöschfahrzeuges. Obwohl die Gemeinde im Jahre 2005 beträchtliche Schäden finanziell zu bewältigen hatte, konnte das neue Fahrzeug bestellt werden. Die Lieferung erfolgte im September. Da in diesem Auto auch ein Bergeschere vorhanden ist, musste intensiv geprobt werden, um diese Geräte sicher zu beherrschen.
Bei der Segnung des neuen Fahrzeuges fuhren alle Wehren des Abschnittes IV mit ihren Fahrzeugen mit Blaulicht bei unserer Halle vorbei und drückten so ihre Verbundenheit aus.
Das Jahr 2006 war besonders von Neuanschaffungen geprägt. Es wurden Geräte für den Hochwassereinsatz angeschafft und die neuen Digitalfunkgeräte mussten bestellt werden. Auch hier beteiligte sich die FF Galtür an den Kosten. Zudem stellte auch die Landjugend Galtür einen hohen Geldbetrag zur Verfügung.

Bei den Neuwahlen im Herbst 2007 wurden Kdt. Franz Türtscher und Stv. Edi Walter in ihren Ämtern bestätigt und werden weitere 5 Jahre die Wehr leiten.
Im September fand auf der neuen Silvretta Hochalpenstraße eine Großübung statt. Annahme war ein Busunfall zwischen den Kehren 33 und 34. Für die Vorbereitungsarbeiten musste sehr viel Zeit investiert werden. Die Übung verlief planmäßig und alle am Übungseinsatz beteiligten Organisationen (Feuerwehren Galtür, Mathon, Ischgl, Kappl See, Tobadill, Landeck, Dr. Fritz Treidl, Dr. Andreas Walser, Diakon Karl Gatt, Rotes Kreuz Ischgl und Landeck, Bergrettung Galtür, Polizei Ischgl und der Hubschrauber C5) waren mit großem Einsatz und Motivation dabei. Die Übung wurde von mehreren auswärtigen Beobachtern analysiert und so konnten wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen getätigt werden.

Mit der Einführung des neuen Digitalfunks konnten auch digitale Rufempfänger angeschafft werden. Es wurden 42 Geräte angeschafft und so muss nicht bei jedem kleineren Einsatz sofort Sirenenalarm ausgelöst werden. Zudem sind auch in Galtür mehrere Hotels mit ihrer Brandmeldeanlage an die Landesleitstelle Tirol angeschlossen. Und es stellte sich bald heraus, dass diese Anschaffung enorm wichtig war, da die Fehlalarme am Anfang sehr zahlreich waren.
Das Bezirksfeuerwehrschirennen fand ebenfalls in Galtür statt.

Im Jänner 2009 verstarb Frau Julie Boehringer. Sie war eine große Gönnerin unserer Wehr. Nach dem Lawinenunglück im Jahre 1999 überwies sie einen namhaften Geldbetrag. Bei einem Besuch in Galtür zeigten wir ihr auch das im Bau befindliche neue Zivilschutzzentrum. Mit ihren spontanen Worten „ich weiß, was ich zu tun habe“ kam nochmals viel Geld in die Kameradschaftskassa. Frau Boehringer wollte nie im Vordergrund stehen und ihre persönliche Bescheidenheit, aber auch ihre Großzügigkeit, werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Im Juni 2009 legten erstmals Mitglieder unserer Wehr das Technische Leistungsabzeichen in Bronze ab.

Nachdem seit dem Jahre 2004 bereits zwei neue Fahrzeuge angeschafft wurden, musste auch über unsere Drehleiter nachgedacht werden.
Bei diesem wertvollen Gerät tauchten immer größere Mängel auf. Durch persönliche Beziehungen wurde Kdt. Franz auf ein Vorführfahrzeug aufmerksam. Nur durch schnelle Entscheidungen von Gemeinde Galtür, Land Tirol und der FF Galtür war es möglich, in kurzer Zeit die Finanzierung für dieses Fahrzeug zu bewerkstelligen.
Die Lieferung erfolgte im Mai 2010. Nach einer intensiven Einschulung und zahlreichen Proben sind wir froh, dieses Gerät in Galtür zu haben.
Für die alte Drehleiter konnte ein Käufer gefunden werden und sie wird in einer Stadt in Polen weiterhin verwendet.Wenn auch die Kosten einer Vorführleiter niedriger sind, bleibt aber immer noch ein großer „Brocken“ übrig. Die Feuerwehr versprach, sich mit 130.000 Euro zu beteiligen. Nur durch den hohen persönlichen Aufwand von Kommandant, Stellvertreter und Mitgliedern der Feuerwehr konnte bei der Haussammlung ein hohes Ergebnis erzielt werden. Zudem stellte die Gemeinde 100 Festmeter Holz zur Verfügung. Dieses wurde von den Arbeitern der Agrargemeinschaft kostenlos geschlägert und hergerichtet. Weiters gruben Mitglieder Enzianwurzeln zum Brennen des wertvollen Schnapses. Dieser wurde von Rudolf und Andreas Walter kostenlos gebrannt und manch Galtürer spendierte für die Feuerwehr einen kleinen Anteil.
Der versprochene Betrag konnte dann auch an Bürgermeister Toni übergeben werden und in seinen Dankesworten war auch ein großer Stolz zu hören, dass dieses hohe Ergebnis erreicht werden konnte.
So segnete am 19. September 2010 unser H. H. Pfarrer Alois Attems Heiligenkreuz das neue Auto und dieser wunderschöne Herbsttag wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.